SV Rot Weiss Glottertal e.V. 

Unser Verein, unsere Rot-Weisse Liebe

FOTO-GALERIE des LAUFTREFF

weitere Fotos für die Galerie gerne an

Jürgen Wangler

Lauftreff(a)SV-Rot-Weiss-Glottertal.de


Oktober 2018

September 2018
Tor de Geants - Ultra Marathon 330 km 

 

Bericht von Jens Lukas,                                                    Glottertal, den 27.09.2018

 

  Laufend einmal rund ums Aostatal –

330km mit 24.000 Höhenmetern Nonstop

 

 "Tor des Geants" heißt "Tour der Riesen" und bezieht sich auf mehre „Bergriesen“, wie z.B. den Gran Paradiso oder die Monterosa-Gruppe, an denen die Strecke vorbeiführt. Start und Ziel ist in Courmayeur, am Fuße des Mont Blanc, einem der weiteren Bergriesen. Die Strecke ist 330km lang und mit 24000Hm „ausgestattet“.  Eigentlich geht es immer irgendwie rauf oder runter, die Bergwege sind meist jedoch sehr unterschiedlich, teils gut zu laufen, aber meist sehr ruppig - steinig, verblockt, rutschig oder mit vielen Wurzeln gespickt. Die gesamte Strecke folgt dem Fernwanderwegen Alta Via n° 1 und Alta Via n° 2 und wird in der Regel in 31 Tagesetappen abgewandert.

 

Das gemeinsame Training mit dem SV Rot-Weiss Glottertal, bei dem meine Frau Maya und ich seit diesem Jahr mit viel Freude Mitglied sind, hat sich ausgezahlt, Ich konnte meine Zeit von 2016 nochmals um 3h steigern. Wir haben ja hier alles vor der Haustür: Berge zum Höhenmetersammeln, anspruchsvolle Trails für schnelles Bergablaufen - nur die Akklimatisation an die Höhe muss dann eben doch in den Alpen erfolgen, viele der zu überwindenden Pässe liegen auf über 3000m Höhe. Und so sind wir schon 2 Wochen vor dem "Tor des Geants“ angereist, in den kleinen Ort St. Jacques (AO), 1700m, der liegt an der Strecke, ungefähr bei km 200. Wir sind dort viel gewandert und gelaufen und das war die perfekte Vorbereitung, da es beim Lauf auch viele Wander- bzw. Steigepassagen gibt.

Am Sonntag, den 09. September, um 12 Uhr war Start mit 880 Teilnehmern. Die ganze folgende Woche war mit ausgezeichneter Wetterprognose belegt, was natürlich in den Bergen sehr wichtig ist, es hatte schon oft während des Rennens in den früheren Jahren geschneit, was die Bedingungen deutlich erschwert.

 

Ich wusste, ich werde ungefähr Dreieinhalbtage unterwegs sein. Das ist eine lange Zeit und um diese gut zu überstehen, ist es unglaublich wichtig, am Anfang das Tempo nicht zu überziehen. Viele stürmen am Anfang zu schnell los und bereuen das dann in den folgenden Tagen bitter, sind dann einfach zu erschöpft. Ich startete besonnen, auf dem 30. Platz liegend  und konnte so gerade gegen Ende meine Platzierung sukzessive verbessern. In der Nacht zum Donnerstag bin ich dann bei Traumbergwetter in 83h 05 überglücklich als 6. ins Ziel eingelaufen. Von den 880 gestartete Teilnehmern haben 534 dann tatsächlich das Ziel im Zeitlimit von einer Woche erreicht.

Was macht diesen Tor des Geants so außergewöhnlich? Es sind die unglaublich vielen Eindrücke, die du in so kurzer Zeit einfängst und der Schlafentzug. Ich habe wie geplant nur jeweils 30min in der zweiten und dritten Nacht geschlafen. Diese Strategie wird von allen Spitzenläufern so verfolgt. Sogenannte Powernaps bieten dir einerseits die so wichtige geistige Regeneration, und du kommst schneller wieder in den Tritt, als  nach einer längeren Pause, wo du völlig zerstört aus dem Schlaf gerissen würdest. Trotzdem ist das mit dem Schlafmangel mit die größte Herausforderung, es kommt bei jedem zu halluzinogenen Zuständen. Das ist im Grunde erstmal gar nichts Unangenehmes. Dein Geist scheint permanent alle wichtigen Informationen aus deiner Umgebung in dieser besonderen Situation zu verwerten, Informationen, die  früher vielleicht das Überleben gesichert hätten. Du siehst plötzlich Tiere am Wegesrand - nein, beim Näherkommen nur ein Baumstumpf, du siehst Inschriften auf Steinen, die auf dem Weg liegen, du hörst Geräusche - doch nur von dir selber verursacht, oder kommst an Stellen vorbei, wo du glaubst, doch gerade eben erst gewesen zu sein. Irgendwann gewöhnst du dich dran und um so eher überrascht es dich dann, dass das Tier neben dir sich nun bewegt und tatsächlich ein Steinbock war. Aber der Körper fordert eben auch Ruhe, zwingt dich mit Macht in die Horizontale, die Koordination wird in der Nacht schlechter und du stolperst unheimlich leicht, also musst du sehr vorsichtig laufen, um nicht versehentlich zu stürzen.

Auch wenn der Tor des Geants den Körper in jeder Hinsicht sehr fordert, so sind doch mit dem Lauf so viele schöne Erlebnisse verknüpft, dass ich schon jetzt sagen kann, nächstes Jahr bin ich gerne wieder mit dabei, dann zur 10. Auflage dieses Laufs und vielleicht kann ich ja noch jemanden aus dem Verein dazu begeistern, mit mir teilzunehmen. Wenn man sich den Lauf gut einteilt, dann ist er für die meisten gut trainierten und trittsicheren Läufer in unserer Gegend ebenfalls durchaus machbar. Weiter Informationen zu diesem Lauf findet ihr hier:
 http://www.tordesgeants.it
Herzlichen Glückwunsch - Jens - zum 6. Platz

 

September 2018 - Abschied von Meri

 

Juli 2018


14. Roßkopflauf - am 14. Juli 2018


 13. Eichberglauf - am 17. Juni 2018


Juli 2018


 Juni 2018


Mai 2018

 

Lauftreff Team SV-Rot-Weiss Glottertal 2017